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Bistum Magdeburg

Deutliche Worte

Kirchenvertreter vor der Presse in Magdeburg zum Sozialwort

Magdeburg (ste) - Sie demonstrierten Einheit: Die drei Repräsentanten der katholischen und der evangelischen Kirchen in Sachsen-Anhalt stellten sich am Donnerstag vor der Landespressekonferenz in Magdeburg hinter das Sozialwort der Kirchen

In ihren Statements begrüßten sie klar, daß der Arbeitslosigkeit und der Neuen Armut in Deutschland die Hauptaufmerksamkeit des Papiers gelte. Einigkeit auch darüber, daß die deutsche Gesellschaft einen neuen Konsens über Grundwerte brauche und die christliche Soziallehre dazu einiges beitragen könne. Angesichts dieser Einigkeit fiel das Interesse der zahlreich versammelten Journalisten an Nachfragen gering aus

Klar auch das Bekenntnis der Kirchenvertreter zu sozialer Marktwirtschaft und Sozialstaat. Kirchenpräsident Klassohn aus Dessau: "Wird dieses Problem der Arbeitslosigkeit nicht vorrangig gelöst, werden uns noch so tiefe Einschnitte ins soziale Sicherungssystem weder gesellschaftlich noch ökonomisch weiter helfen. Denn nicht der Sozialstaat ist auf Dauer unbezahlbar, sondern die Arbeitslosigkeit und deren Folgen." Und mit Blick auf die Zukunft ergänzt Bischof Leo Nowak: "Auch die kommende Generation hat jetzt schon einen Anspruch auf Solidarität, das heißt, wir dürfen nicht auf Kosten der Kinder und Kindeskinder wirtschaften, die Ressourcen verbrauchen, die Funktion und Leistungsfähigkeit der Volkswirtschaft aushöhlen, Schulden machen und die Umwelt belasten.'(Nr. 122)

Gegenüber dem "Tag des Herrn" sagte der Bischof der Kirchenprovinz Sachsen, Christoph Demke, das Papier spreche sich erfreulich "deutlich gegen den Neoliberalismus" aus, der in Deutschland immer stärker an Boden gewinne. Demke nannte zwei Dinge, die ein solch allgemeines Papier leisten könne: einen Beitrag zur Formulierung eines Grundkonsenses in unserer Gesellschaft sowie einen Beitrag zur Bewußtseinsbildung in der Bevölkerung

Abgesehen vom drängenden Problem der Arbeitslosigkeit fielen die Bezüge zur Situation vor Ort in Sachsen-Anhalt schwächer aus. Bischof Nowak sagte jedoch gegenüber dem "Tag des Herrn", es sei jetzt Aufgabe der Christen vor Ort, die Aussagen des Papiers in konkrete Aktionen umzusetzen

Gemeinsam würden die Kirchen in Sachsen-Anhalt deshalb die Arbeit zum Papier fortsetzen. Eine Tagung Ende März in Magdeburg soll dazu konkrete Schritte einleiten.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 11 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 16.03.1997

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