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Bistum Dresden-Meißen

Chance in nichtchristlicher Umwelt nutzen

Kindergarten Leipzig-Leutzsch

Leipzig (jak) - "Gerade in einer überwiegend nichtchristlichen Umgebung hat ein katholischer Kindergarten eine besondere Bedeutung", betont Gertrud Dietl, die Leiterin des Kindergartens St. Theresia in Leipzig-Leutzsch. Dies ist ein Grund dafür, daß sich Gertrud Dietl und die Pfarrgemeinde Leipzig-Lindenau für den weiteren Bestand ihres Kindergarten stark machten. Es geht um die Vielfalt der Angebote und um das Nutzen der Chance, die die Kirche nach der Wende als freier Träger hat

Zur Zeit wird der St.-Theresien-Kindergarten saniert und ausgebaut. Es entsteht ein Pavillon, der unter anderem Platz für einen Gruppenraum schaffen soll. Kürzlich legte Bischof Joachim Reinelt dazu den Grundstein. Im Sommer, so schätzen die Verantwortlichen, können die neuen Räume bezogen werden

Mit dem Neubau endet für die Kinder, ihre Eltern und die Erzieherinnen ein langer steiniger Weg der Ungewißheit. Angefangen bei der Frage "Ob es sich überhaupt lohnt, den Kindergarten weiterzuführen" bis hin zu den strengen Vorschriften der Raumordnung, die es zu erfüllen galt. Ohne den Neubau, soviel steht fest, wäre der Kindergarten Ende 1996 geschlossen worden. Eine dauerhafte Betriebserlaubnis ist nur in Zusammenhang mit dem Um- und Ausbau erhältlich

Zukünftig - die neuen Räume werden es möglich machen - sollen 38 Kindergarten- sowie 10 Hortplätze zur Verfügung stehen, dazu kommen sechs Krippenkinder im Alter von zwei bis drei Jahren. Zusätzlich besteht die Möglichkeit für Angebote der offenen Kinderarbeit, doch diese sollen erst nach der Wiedereröffnung besprochen und entschieden werden

Gertrud Dietl ist sich sicher, daß das Geld für den Kindergarten gut angelegt ist. Sie kritisiert, daß heute zwar Millionen für Verwaltungsneubauten ausgegeben werden, in der Frage der Kindererziehung aber gespart werden soll. "Kinder sind die Zukunft" betont Gertrud Dietl

Der St.-Theresien-Kindergarten wurde 1930 mit einer Karmeliterinnenniederlassung gegründet. Er erhielt damals den Namen "Theresienheim". Zielgruppe waren vor allem Kinder aus armen Verhältnissen. Die Bevölkerung nahm den Kindergarten von Anfang an gut an. Daher dachten die Schwestern schon in den 30er Jahren an einen Anbau, der jedoch aus finanziellen Gründen nicht zu verwirklichen war. In der Nazi-Zeit mußte der Kindergarten 1941 sogar ganz geschlossen werden. Erst nach Kriegsende wurde die Arbeit wieder aufgenommen. In den langen Jahren der folgenden DDR-Zeit war Leipzig-Leutzsch der einzige katholische Kindergarten in der Messestadt

Nach dem Weggang der Schwestern im Jahr 1985 kümmerte sich kurze Zeit der Caritasverband des Bistums Dresden-Meißen um die Einrichtung, bis 1985 die Pfarrgemeinde Leipzig-Lindenau die Trägerschaft übernahm. Zur Zeit ist der Kindergarten in einem Provisorium in Leipzig-Plagwitz weiter geöffnet

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 14 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 06.04.1997

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