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Bistum Görlitz

Private Konkurrenz

Sorge im Carolus-Krankenhaus

Görlitz (tdh) - Das Städtische Klinikum in Görlitz, das derzeit in Trägerschaft einer GmbH mit städtischer Beteiligung steht, soll Planungen der Stadt zufolge privatisiert und der Trägergesellschaft Rhön AG übertragen werden. In einem Offenen Brief an den Görlitzer Oberbürgermeister Matthias Lechner äußert Schwester Seraphina Teubner, Görlitzer Regionaloberin der barmherzigen Schwestern vom hl. Borromäus, ihre Bedenken gegen dieses Vorhaben

Das Görlitzer Carolus-Krankenhaus, dessen Träger die Borromäerinnen sind, sei bisher in keiner Weise in die Überlegungen zur Umorientierung des Städtischen Klinikums einbezogen worden. Der vorgesehene neue Träger des Klinikums sei als stark gewinnorientiertes Unternehmen bekannt. Schwester Seraphina verweist auf das Beispiel Stuttgart. Das dortige städtische Katharinenhospital habe pro Jahr 15 Millionen Mark Verluste gemacht. Nach der Übertragung an eine private GmbH schreibe das Krankenhaus schwarze Zahlen, da die Einrichtung ein stärkeres Gewicht auf gewinnbringende Behandlungsmethoden legte. Patienten, die kostenintensivere Behandlungen benötigten, wurden in zunehmendem Maße in den anderen Kliniken der Stadt behandelt

Verluste entstehen hingegen in den umliegenden Krankenhäusern, so daß ein freigemeinnütziges Krankenhaus sich mit dem Gedanken trage, sein Haus der Stadt zu überlassen, weil der Träger nicht mehr in der Lage sei, die Verluste auszugleichen

Es sei nach Schwester Seraphina zu befürchten, daß bei einem Auftreten der Rhön AG "ein ähnlicher Verdrängungswettbewerb in Görlitz und Umgebung einsetzt, der den Kostenträgern per Saldo keine Einsparungen bringt" und sich letztendlich nur zum Schaden der Bevölkerung auswirkte

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 34 des 47. Jahrgangs (im Jahr 1997).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 24.08.1997

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