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Bistum Erfurt

Warum Werte vermitteln so wichtig ist

Podiumsdiskussion

Erfurt (bip) - Wertevermittlung in Familie und Schule als Dienst an der Gesellschaft stand im Mittelpunkt eines Diskussionsabends, zu dem anlîlich der "Woche fΠr das Leben" das Katholische Forum in ThΠringen eingeladen hatte. Die Woche stand in diesem Jahr unter dem Motto "Worauf du dich verlassen kannst: Miteinander leben in Ehe und Familie".

Die Teilnehmer der Veranstaltung waren sich darΠber einig, da es bei der Wertevermittlung nicht um allgemein christliche oder moralische Werte gehen kñnne, sondern um ganz konkrete Werte wie Flei, Ehrlichkeit, Verantwortung und Gerechtigkeit. Schule und Familie mΠten sich den wachsenden Anforderungen bei der Vermittlung konkreter Werte an die Kinder stellen.

Steffi Engelstîdter, Kinderbeauftragte der Stadt Weimar, wei aus ihrer tîglichen Arbeit, da Kinder schwierig und belastend, aber auch konstruktiv und liebenswert sein kñnnen.

Die Prîgung der Kinder im Sinne von Werten erfolge schon sehr zeitig. Dabei hîtten Eltern durch ihr Vorbildverhalten einen ganz entscheidenden Einflu auf das Entstehen von Wertesystemen: Kinder vergleichen die durch die Eltern vermittelten Werte mit deren Taten.

Engelstîdter bemîngelte, da es zu wenig Freirîume fΠr die Kinder zum Spielen gebe. "Aber auch in unserem Kopf werden die Freirîume fΠr Kinder immer enger", so die Kinderbeauftragte. Sie sprach von einer Kindheit zwischen "Armuts- und Wohlstandsverwahrlosung". Gerade Kinder, die in Wohlstand leben, wΠrden darunter leiden, da Zîrtlichkeit zunehmend durch Geld ersetzt wird.

Maria Krause, Mutter von drei Kindern und Sozialarbeiterin in Leinefelde, erfîhrt bei ihrer Arbeit mit Kindern immer wieder, da es Solidaritît mit den ganz Schwachen nur noch selten gibt. Viele Kinder wΠrden vor dem Fernseher gro. Selbst positive Helden, wΠrden hier nur Πber Gewalt vermittelt. "Wenn du etwas werden willst, mut du etwas leisten! - Man mu etwas werden, dann kann man sich etwas leisten. - Ich mu doch erstmal mich sehen und nicht zu sehr die Gesellschaft." Kinder, die diese Sîtze aussprechen, sind bereits durch unsere Leistunggesellschaft geprîgt, schlufolgert Maria Krause.

Wie vermittelt die Schule konrete Werte? Wertevermittlung in der Schule gehe nicht losgelñst von Wissensvermittlung, betonte der ThΠringer Kultusminister Dieter Althaus (CDU). Der Lehrer prîge Werte durch die Art und Weise der Wissensvermittlung. Wenn man Kinder ernst nehmen wolle, mΠsse man sich ihnen widmen und Zeit investieren. Und genau das mΠten Kinder von ihrem Lehrer erfahren, so der ThΠringer Kultusminister.

Der Prîsident des Familienbundes der Deutschen Katholiken, Staatssekretîr Dr. Andreas Birkmann, forderte die Politiker auf, mehr fΠr die Verbesserung der Lebensbedingungen fΠr Familien zu tun. Familien mit Kindern dΠrften nicht schlechter gestellt sein als Erwerbstîtige ohne Kinder. Eine angemessene Erhñhung des Kindergeldes und Erziehungsgeldes sowie die BerΠcksichtigung der Kinder bei der Altersversorgung hîlt er fΠr unverzichtbar.

Die Veranstaltung hat deutlich gemacht: FΠr Christen ist Familie eine Basis, aus der man Kraft schñpfen kann. Eltern kñnnen aus ihrem christlichen Leitbild konkrete Werte weitergeben, wenn sie diese selbst leben.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 21 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 24.05.1998

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