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Bistum Dresden-Meißen

Weihbischof 25 Jahre Bischof

Jubiläum

Weihbischof Weinhold

Dresden - Als er vor 39 Jahren in Bautzen zum Priester geweiht wurde, hätte er sich die kirchliche Karriere nicht träumen lassen: Die heutigen Ämter von Weihbischof Georg Weinhold lassen sich kaum zählen. Nach 25 Jahren Tätigkeit als Weihbischof ist er als Generalvikar auch Leiter der Verwaltung des Bischöflichen Ordinariates, zudem noch Dekan im Domkapitel, Mitglied der Kommission "Geistliche Berufe und kirchliche Dienste" der Deutschen Bischofskonferenz sowie Leiter des päpstlichen Werkes für geistliche Berufe. In diesem Jahr kam noch der Vorsitz des Bonifatiuswerkes der deutschen Katholiken im Bistum Dresden-Meißen hinzu. Trotz der vielfältigen Aufgaben - am meisten Freude bereiten Weihbischof Weinhold immer noch die Besuche in den Gemeinden am Sonnabend und Sonntag. "Ich wollte ja Priester werden, Bischof wollte ich ja nicht werden", erzählt der 63jährige von seiner Motivation, in den Dienst der Kirche zu treten. Den Entschluß, Priester zu werden, verdankt Weinhold neben einigen Verwandten vor allem seinem damaligen Pfarrer, der ihm ein großes Vorbild war

Auf die Priesterweihe 1959 folgten 11 Jahre als Kaplan und Pfarrer in Kamenz, Leipzig-Connewitz und Dippoldiswalde. 1971 wurde Weinhold als Ordinariatsrat in das Bischöfliche Ordinariat berufen und 1973 zum Bischof geweiht. Von 1971 bis 1997 war er Personalreferent für das Bistum; die vielen Gespräche mit Priestern, Ordensleuten, Theologiestudenten und Gemeindereferenten gehören heute zu seinen wichtigsten Erfahrungen. "Ich konnte sehen, wie sich Priester bemühen, ihren Dienst in der Seelsorge zu machen, aber auch, wie es manchem schwerfällt", so der Weihbischof. Als er einmal einem Bekannten klagte, er sei nur noch zum Frieden stiften und Streit schlichten unterwegs, bekam er die Antwort: Was er denn habe, es gebe doch kaum eine schönere Arbeit. Freude gemacht hat Georg Weinhold der Beruf fast immer. "Viele haben für mich gebetet, ich habe immer das Wohlwollen der Gemeinden gespürt." Er habe sich im Rahmen seiner Möglichkeiten eingesetzt. Gerade zu seinem jetzigen Jubiläum sei aber auch ein großer Dank gegenüber all denen angebracht, die in den 25 Jahren mit ihm zu tun hatten und ihm mit viel Freundlichkeit begegnet seien, so Weinhold

Die Verwaltungsarbeit im Ordinariat ist bis heute nicht die Lieblingsbeschäftigung des Weihbischofs - aber ein "notwendiger Dienst an unseren Gemeinden", so Weinhold und fügt hinzu, "ich muß eben gucken, daß der Laden läuft". Zum Glück habe er sehr gute, selbständig und vernünftig arbeitende Mitarbeiter im Haus

Was gibt es nun nach 25 Jahren als Bischof noch für Änderungswünsche an die Kirche? "Eines meiner Hauptanliegen ist, daß innerhalb der Kirche die verschiedenen Ämter und Aufgaben nicht als Konkurrenz gesehen werden", beschreibt Georg Weinhold seinen größten Wunsch. Das Verhältnis zwischen Priestern und Laien sollte wieder besser werden. Jeder sollte sich auf seine wahren Aufgaben besinnen und nicht versuchen, das jeweils Andere zu wollen - "dann gibt es auch keine Reibereien". Die einzige Chance für die Kirche, für die Menschen wichtig zu bleiben, sieht der Weihbischof denn auch im Festhalten an den Traditionen. "Die Kirche wird nicht durch ihre Zahlen imponieren, sie wird relevant bleiben, wenn sie sich jeden Tag neu besinnt, das Wort Gottes zu verkünden und zu sagen, daß Gott zu den Menschen gut ist. Sie wird nur relevant bleiben, wenn sie der Versuchung widersteht, sich der Welt anzupassen." So könne beispielsweise der Priestermangel nicht durch die Diskussion, etwa über den Zölibat, behoben werden - dies könnten nur Gebet und Opferbereitschaft des Volkes Gottes

Die Kirche lieben, sie aktiv mitgestalten und möglichst Anderen ein Beispiel geben - das ist auch weiterhin zentrales Bekenntnis von Georg Weinhold. "Als Priester muß man versuchen, Wort und Leben in Übereinstimmung zu bringen. Die Menschen werden heute weniger durch kluge Worte bewegt als durch gutes Beispiel."

Christian Saadhoff

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 37 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 13.09.1998

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