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Bistum Görlitz

Blick über die Grenzen

Bistumswallfahrt

Neuzelle (mh) - Es war eine internationale Wallfahrt, zu der sich die katholischen Christen des Bistums Görlitz am vergangenen Sonntag in Neuzelle versammelt hatten. Zur traditionellen Bistumswallfahrt waren Gäste aus Polen, Rumänien, Frankreich und Indien gekommen. Bischof Rudolf Müller feierte mit ihnen und seinem polnischen Mitbruder, Bischof Adam Dyczkowski aus Zielona Gora, den Gottesdienst. Der Wallfahrtstag unter dem Thema "Von Gottes Geist bewegt" stand ganz im Zeichen des Kennenlernens der Kirchen in anderen Ländern. Vor allem in einem Forum (Bericht in der kommenden Ausgabe) und in der Wallfahrtsstunde standen die Gäste im Mittelpunkt

Bischof Müller erinnerte in seiner Predigt an eine Reise mit einem Kirchenchor nach Rom. Besonders beeindruckend sei es gewesen, mit Menschen aus vielen verschiedenen Ländern auf dem Petersplatz zu stehen und zu spüren: "Wir gehören zusammen, obwohl wir uns gar nicht kennen." Der Heilige Geist bewirke dieses Zustandekommen einer "Familie Gottes", sagte der Bischof weiter. Wer zu dieser Familie gehören wolle, müsse sich zuerst zu Gott bekehren. In diesen Tagen werde sehr viel von "Politbarometern" gesprochen. "Machen wir doch mal ein solches Barometer für uns selbst: Wo liegen meine Favoriten und welchen Rang nimmt Gott ein?", regte der Bischof an

Bischof Müller forderte die Wallfahrer auf, die Gaben des Geistes in sich lebendig zu halten. "Dient mit den Gaben, die Gott euch geschenkt hat, in der Gemeinde!" Jeder Christ habe sein Talent: Einer könne gut reden, der andere gut organisieren und wieder andere hätten das Talent "immer helfen zu müssen". Gerade angesichts der sinkenden Zahl von Priestern und der älter werdenden Seelsorger komme es darauf an, daß Gemeinde selbst Verantwortung wahrnehme. "Zeigt, daß ihr diese Verantwortung tragen könnt, und laßt unsere bewährten Seelsorger nicht im Stich!", forderte der Bischof

Zwischen Gottesdienst und Wallfahrtsstunde gab es verschiedene Veranstaltungen: Ein Orgelkonzert in der Kirche, auf der Scheibe ein Stück der Cottbuser Spielschar für Kinder und einen Vortrag von Winfried Töpler über die Zisterzienser am Beispiel von Neuzelle. In der Wallfahrtsstunde auf dem alten Friedhof ging es dann in 60 Minuten fast um die ganze Welt. Wie schon beim vorangegangenen Forum in der evangelischen Kirche hatten hier die Gäste Gelegenheit, die Kirche in ihrer Heimat vorzustellen: Pfarrer Jan Guss aus dem polnischen Gubin erzählte von seinen Erfahrungen während des Oder-Hochwassers. Indischen Ordensschwestern, die seit einiger Zeit in Görlitz leben, stellten ihre Heimat vor und zeigten, wie ein Sari - das traditionelle Gewand indischer Frauen - gebunden wird. Pfarrer Attila Szücs, der mit Jugendlichen aus Rumänien gekommen war, berichtete über die schwierige Lage der jungen Leute in seiner Heimat. Und Pfarrer Emmanuel Blanc aus Frankreich erzählte von Überlegungen in seinem Heimatbistum, die Seelsorge neu zu strukturieren. Mit der Andacht in der Stiftskirche endete die Wallfahrt

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 37 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 13.09.1998

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