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Bistum Magdeburg

Nobertus-Schüler helfen Kindern in Afrika und Bulgarien

Partnerschaft

Magdeburg (cm) - Ein Begegnungsnachmittag zugunsten der Schulpartnerschaften in Bulgarien und Namibia ist im Magdeburger Norbertus-Gymnasium mittlerweile schon Tradition geworden. Auch in diesem Jahr unterstützen die Schüler der katholischen Schule wieder mit einem Basar und einer Versteigerung das Otjikondo-Schuldorf in Namibia und ein Straßenkinderdorf im bulgarischen Burgas. Verkauft und versteigert wurden Sachspenden, die die Kinder und Jugendlichen zuvor in Magdeburger Geschäften gesammelt hatten

Mit kleinen Theaterstücken und afrikanischen Trommelklängen gestalteten die Schüler ein buntes kulturelles Programm. Durch Fotowände und Informationsmaterial konnten sich die Besucher einen Einblick in die Partnerschaftsarbeit zwischen Magdeburg und Namibia verschaffen. 1994 und 1995 hatten sich Schüler des Norbertus-Gymnasiums und des Otjikondo-Schuldorfes gegenseitig besucht

Gabriele Mertens, Abteilungsleiterin für Migrationsdienste beim Magdeburger Diözesancaritasverband, berichtete mit einem Videofilm über das zweite Hilfsprojekt, an dem die Schüler sich in Zukunft beteiligen wollen. In der Nacht zuvor erst war sie aus Burgas zurückgekehrt, wo das Haus Roncalli für Straßenkinder kirchlich eingeweiht wurde. 15 Kinder, die aus zerrütteten und verarmten Familien kommen, haben dort vor rund anderthalb Jahren ein neues Zuhause gefunden

Traumatische Erlebnisse wie Mißhandlungen, Zwangsprostitution oder Drogen sind bei diesen Kindern keine Seltenheit und erfordern von den Caritas-Mitarbeitern viel Sensibilität und Einfühlungsvermögen, um zu den Schützlingen überhaupt ein Vertrauensverhältnis aufbauen zu können. Seit 1994 setzt sich die Caritas für Straßenkinder in Burgas ein, nachdem der Magdeburger Caritasverband und Bischof Leo Nowak durch einen bulgarischen Priester auf die Situation der Straßenkinder in der bulgarischen Küstenstadt aufmerksam gemacht wurden. Daraufhin wurde in Burgas eine Caritasstation gegründet, die sich vorrangig der Straßenkinder annahm. Anfangs wurden in einem kleineren, angemieteten Haus für diese Kinder nur Verpflegung und Schlafmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Bald wurde jedoch der Zulauf zu groß und die Räumlichkeiten zu klein. Außerdem wollten die Mitarbeiter der Caritas den Kindern auch eine Schulausbildung und ein geregeltes Leben ermöglichen. Mit der finanziellen Unterstützung des Caritas-Verbandes in Magdeburg, der Deutschen Caritas und des Wirtschaftsministeriums in Sachsen-Anhalt konnte ein größeres und den Anforderungen entsprechendes Haus erworben werden. Gabriele Mertens betonte, daß auch dieses Haus nach deutschen Maßstäben immer noch sehr bescheiden ist, für die bulgarischen Kinder im Vergleich zu anderen Kinderheimen oder gar zum Leben auf der Straße allerdings einen großen Fortschritt bedeutet

Das größte Problem ist zur Zeit, daß es im Haus Roncalli noch keine Heizung gibt und der Winter auch in Burgas bereits Einzug gehalten hat. Zusammen wollen nun der Caritasverband der Diözese Magdeburg, die katholische Studentengemeinde und auch das Norbertus-Gymnasium bis zum Sommer 1999 eine Summe von 11 000 Mark für eine neue Heizung sammeln

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 52 des 48. Jahrgangs (im Jahr 1998).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 27.12.1998

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