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Bistum Görlitz

Malteser und Pfarrgemeinde arbeiten sehr eng zusammen

Cottbus

Cottbus (ks) - Die Cottbuser Malteserjugend stellte der Malteser-Geschäftsführer Michael Doll kürzlich bei einem Gemeinschaftsabend für Mitglieder besonders heraus: Die Jugendlichen, die er in seinem Rückblick auf das vergangene Jahr erwähnte, besuchen und begleiten regelmäßig drei Patienten. Sie kommen auch auf gezielte Anforderung in die Wohnungen der bedürftigen Senioren

Eine der Malteser-Jugendlichen ist Ulrike Sträßner, ein aufgewecktes Mädchen, das immer zu einem Spaß oder auch Schabernack aufgelegt ist. "Klar, Herzklopfen hatte ich schon, als ich das erste Mal an der fremden Wohnung klingelte", erzählt sie. "Aber die alten Damen sind so lieb. Eigentlich brauchen wir so gut wie nichts zu tun. Zuhören, unterhalten, das Alleinsein verscheuchen"

Michael Doll ergänzte, daß sich die alten Damen nach dem Besuch der Jugendlichen häufig mit einem Anruf in der Malteser-Geschäftsstelle bedanken: "Daß es so etwas heute noch gibt, ein junger Mensch nimmt sich für mich Zeit." "Die Malteser haben sich im deutschlandweiten Verband und im eigenen Bereich in Cottbus einen guten Ruf erarbeitet", sagt der Cottbuser Geschäftsführer. Entscheidenden Anteil daran hätten die ehrenamtlich geführten Dienste mit vielen Helferinnen und Helfern. Als "christlich geprägte Dienstgemeinschaft" dürften die Helfer ihre Arbeit täglich neu "unter die Hand Gottes stellen"

Geschäftlich gab es im vergangenen Jahr Anfangsschwierigkeiten beim Aufbau eines neuen Bereiches, des Pflegedienstes. Mittlerweile ist dieser Dienst auf einem guten Weg. Unerwartet großen Zulauf haben die Lehrgänge für Schwesternhelferinnen und in Erster Hilfe. 200 Teilnehmer haben 1998 Kurse für lebensrettende Sofortmaßnahmen besucht, im Jahr zuvor waren es nur 61. 120 Kunden nehmen konstant den Mahlzeitendienst der Malteser in Anspruch. Eine der Essentouren wird seit Jahren im wöchentlichen Wechsel von vier rüstigen Rentnern bestritten, eine Tatsache, die in den alten Bundesländern immer wieder Erstaunen auslöst

Der Schraubenzieher gehört bei ihnen als Havariebesteck dazu. Schnell ist mal eine Klingel zu reparieren, eine Glühbirne zu wechseln oder ein Türschloß gangbar zu machen. Dazu haben die Rentner immer ein freundliches, aufmunterndes Wort für die, die meist den Tag über allein sind. Auch der Mittagstisch im Gemeindezentrum konnte ausgebaut werden. Für Kinder bieten die Malteser Gruppenstunden an. Hier sollen die Kinder lernen, spielend soziale Dienste aus christlicher Motivation zum selbstverständlichen Bestandteil des Lebens werden zu lassen. Im Advent erfreute die Gruppe mit einem Krippenspiel in der Caritas-Sozialstation und beim Adventstreff der Malteser

27 Frauen und Männer arbeiten in den beiden Hospizgruppen der Malteser. Sie sind immer wieder im Einsatz. In Heimen, im Krankenhaus oder in Familien helfen sie, die letzten Lebenstage so schön wie möglich für alle Beteiligten zu gestalten. Weitere Pläne sind die Einrichtung eines Hausnotrufdienstes und der Beginn ehrenamtlicher Malteser-Arbeit in Eisenhüttenstadt. Dort wünschen sich die Malteser, in die Seelsorge der Gemeinde einbezogen zu werden, ähnlich wie das im Süden der Stadt Cottbus geschieht: Im Gemeindezentrum Edith Stein lebt die Kinder-, Jugend- und Altenarbeit der Malteser für, von und mit der Pfarrgemeinde

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 4 des 49. Jahrgangs (im Jahr 1999).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 31.01.1999

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