Zeichenhaftes im Liebfrauenkloster Magdeburg
Press-Ausstellung
Press-Zeichnungen in Dresden Eine Ausstellung von "Handzeichnungen zur Bibel" des Dresdner Künstlers Friedrich Press zeigt der Medienverleih des Bistums Dresden-Meißen noch bis zum 30. April in seinen Räumen unter der Kathedrale Dresden. |
Magdeburg /Dresden (dw) - Im Magdeburger Kloster Unser Lieben Frauen ist noch bis zum Monatsende eine Ausstellung mit Plastiken, Raumgestaltungs-Modellen und Zeichnungen des katholischen Bildhauers Friedrich Press zu sehen. Die Ausstellung verdeutlicht verschiedene Entwicklungsstufen des 1990 verstorbenen Künstlers bis hin zu der kargen Symbolsprache, die heute mit seinem Namen verbunden wird
Eine große Zahl der Ausstellungsstücke hat die Diözese Würzburg, die im Auftrag von Press' Familie den Nachlaß verwaltet, als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Dr. Jürgen Lenssen, Kunstreferent der Diözese Würzburg, bezeichnet im Ausstellungskatalog die Auseinandersetzung mit Press-Werken anstrengend und herausfordernd: "Seine Werke zwingen zu einer langen Pause des Sehens und Ertastens, um so den Kern biblischer Botschaft wiederzugewinnen, der uns verlustig zu gehen droht." Seine kirchliche Kunst wirke wie ein Stachel, aber ein heilsamer. Eine Hoffnung sei darin zu spüren, die der Künstler "aus der biblischen Botschaft nicht für sich allein gewonnen" habe.
Friedrich Press soll einmal gesagt haben: "Ich will Christus nicht darstellen, denn ich weiß nicht, wie er aussah. Ich will nur das Zeichen setzen." Er hat an der künstlerischen Gestaltung von mehr als 50 katholischen und evangelischen Kirchen zwischen Bautzen und dem Niederrhein mitgewirkt hat. Mit seiner konzentrierten, zeichenhaften Kunst, die den Gläubigen auf sich selbst und seine eigene Glaubenshaltung zurückverweisen will, ist er immer wieder auch mißverstanden worden. Weil er die Seh-Erwartungen einer sinnlich ansprechenden Vergegenwärtigung der biblischen Gestalten kaum erfüllte, hat manche Kirchengemeinde seine Kunstwerke sogar wieder entfernt
Der gebürtige Westfale, der unter anderem von der Kunst Ernst Barlachs beeinflußt worden ist, hat von 1935 an in Dresden gelebt. Zu seinen bekanntesten Werken gehört die Pietà in der Dresdener Bischofskirche aus Meißener Porzellan. Sein "Ecce homo", eine Christusfigur mit Stacheldrahtkrone aus dem Jahr 1967, steht im Vatikanischen Museum in Rom. Im nichtkirchlichen Raum wurde Press weitgehend ausgeblendet, wenngleich er zu Beginn der DDR-Zeit auch einige staatliche Aufträge erhielt. So schuf er das erste Dresdner Denkmal für gefallene Sowjetsoldaten
Die Ausstellung im Magdeburger Kloster Unser Lieben Frauen ist bis 28. Februar dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 14.02.1999