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Bistum Magdeburg

Freude an Gott schäumte über

Bistumswallfahrt

Röderhof (dw) - Freude war am Tag der diesjährigen Huysburg-Bistumswallfahrt keinesfalls nur ein "verordnetes" Motto, sie schien am 5. September auf dem Wallfahrtsberg bei Halberstadt geradezu unwiderstehlich in der Luft zu liegen. Strahlendes Spätsommerwetter, die große Zahl junger Wallfahrer und der Gäste aus Osteuropa und Westdeutschland, eine lange Kette von neugetauften Erwachsenen und Kleinkindern, die den Segen des Magdeburger Bischofs Leo Nowak erbaten, schwungvolle Chor-, Blas- und Bandmusik - nach Anlässen für die im Wallfahrtsthema beleuchtete "Freude an Gott" brauchten die Katholiken des Bistums Magdeburg nicht lange zu suchen

In seiner Predigt legte Bischof Nowak den rund 6000 Wallfahrern eindringlich nahe, die Freude an Gott, aus der sie selbst leben, auch ihren andersdenkenden Mitbürgern kundzutun. Es sei der Auftrag der Christen, "den Glauben den Menschen in einer säkularisierten Gesellschaft vorzuschlagen." Freunde und Nachbarn sollten mehr ins tägliche Gebet genommen werden, schlug der Bischof vor

Die innere Struktur des Menschen verlange nach dem Glauben, sagte er und verstärkte diese Aussage mit Zitaten, darunter ein Wort des bekannten Psychologen C. G. Jung (1875 -1961): "Jeder Mensch krankt letztlich daran, dass er das verloren hat, was lebendige Religionen ihren Gläubigen zu allen Zeiten gegeben haben. Und keiner ist wirklich geheilt, der seine religiöse Einstellung nicht wieder erreicht hat." Provokant fragte Bischof Nowak: "Oder zeugt es etwa von überschäumender Lebensfreude, wenn nur noch Shopping von einem Geschäft zum anderen, möglichst auch am Sonntag, und in die Röhre gucken als einzige Lebensinhalte übrig bleiben? Soll das der Geist sein, der ein künftiges Europa bestimmen soll?"

Die Freude an Gott sei keinesfalls nur etwas für die sonnigen Stunden des Lebens, betonte der Bischof. In allen Lebensphasen und an allen Orten, auch in Zweifeln und angesichts von Unvollkommenheiten, sei etwas von der Größe Gottes zu erfahren. Arbeitslose beispielsweise könnten Gott loben, dass sie trotz Verlust und Enttäuschung ihren Lebensmut bewahrt hätten

Besinnliche Texte, die den Wallfahrern ihre persönliche Beziehung zu Gott und die eigene Verantwortung für die Weitergabe des Glaubens bewusst machen sollten, bot die Wallfahrtsstunde zum Abschluss des Tages. Zwischendurch war immer wieder Gelegenheit, die Freude an Gott "mit Sinn und Verstand" so richtig überschäumen zu lassen - bei Liedern zum Mitklatschen oder auch beim Einatmen der Weihrauchdüfte, die in verschwenderischer Fülle von den Stufen der Altarinsel strömten. Ein kleiner Knirps fühlte sich dabei so wohl, dass er vertrauensselig auf den Schoß des Bischofs kletterte, und mancher der älteren Wallfahrer konnte sich nach dem Verklingen der letzten Schlusslied-Akkorde nur zögernd zum Aufbruch entscheiden

Zum organisatorischen Gelingen der Wallfahrt hatten - wie schon in den vorausgegangenen Jahren - ehrenamtliche Helfer der Malteser im Bistum Magdeburg beigetragen. 50 Frauen und Männer hatten sich schon am Vortag auf der Huysburg versammelt, um ihren Einsatz im Sanitätsdienst, bei Transporten und in der Malteser-Feldküche vorzubereiten. Der Magdeburger Peter Hansch hilft seit sieben Jahren bei der Verpflegung der Pilger. Um fünf Uhr früh ist er am Wallfahrtstag bereits aufgestanden, um gemeinsam mit anderen Helfern frisches Gemüse für die Erbsensuppe zu schnippeln

Auch wenn er vom Wallfahrtsgeschehen an sich nicht besonders viel mitbekommt, fährt er immer wieder gerne zur Huysburg. Die Malteser-Erbsensuppe erfreut sich ungebrochener Beliebtheit. Ein erwarteter Höhepunkt ist für Peter Hansch jedes Jahr die Gemeinschaftserfahrung mit Maltesern aus dem ganzen Bistum am Wallfahrts-Vorabend. Nach getaner Arbeit treffen sich alle zu einem Gottesdienst und zum geselligen Beisammensein

Bischof Nowaks Wallfahrtspredigt kann im Wortlaut bei der Pressestelle des Bistums Magdeburg unter Telefon (03 91) 5 96 11 34 bestellt oder im Internet unter

www. bistum-magdeburg.de abgerufen werden

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 36 des 49. Jahrgangs (im Jahr 1999).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 12.09.1999

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