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Aus der Region

Bischof Reinelt für bürgerliche Alternativen

Jugendweihe

Rund 100 000 Jugendliche werden in diesem Frühjahr vor allem in den neuen Bundesländern wieder an "Jugendweihe"-Feiern PDS-naher Organisationen teilnehmen. Der katholische Bischof von Dresden-Meißen, Joachim Reinelt, begrüßte in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) den Vorschlag des CDU-Politikers Günter Nooke, auch "bürgerliche" Träger sollten Jugendfeiern anbieten.

Herr Bischof, was halten Sie vom Vorschlag des CDU-Politikers Günter Nooke, dass Vertreter bürgerlicher Parteien oder der Wirtschaft "bekenntnisfreie" Jugendfeiern als Alternative zu den bisherigen Formen der "Jugendweihe" anbieten sollten?
Ich halte das für eine gute Idee. Es wäre gut, wenn nicht nur solche Gruppierungen Jugendfeiern ausrichten würden, die sich bewusst atheistisch um die Jugend bemühen. Ich bin aber grundsätzlich gegen pseudo-religiöse Formen einer solchen Feier.
An den etablierten "Jugendweihe"-Feiern haben sich SPD- und CDU-Politiker bislang als Redner beteiligt ...
Wenn die Aktivität der antichristlichen Gruppierungen auf diese Weise von Partei-vertretern unterstützt wird, ist das sehr bedenklich.
Das Bistum Erfurt hat bereits mehrfach im Erfurter Dom eine "Feier der Lebenswende" für nicht getaufte Jugendliche veranstaltet. In der evangelischen Kirche gibt es ähnliche Versuche. Was halten Sie davon?
Ich finde das gut. Es wäre überlegenswert, solche Angebote bundesweit zu machen. Im Bistum Dresden-Meißen gibt es sie derzeit noch nicht. In unseren katholischen Schulen wird aber an der Entwicklung eines solchen Konzepts gearbeitet.
Wie erklären Sie sich, dass nach wie vor sehr viele Jugendliche in den neuen Bundesländern an "Jugendweihe"-Feiern teilnehmen?
Das ist für mich nicht überraschend. Jugendliche haben Feste gern. Den meisten ist ziemlich gleich, in welcher Form und in wessen Verantwortung diese Feier abläuft.

Interview: Gregor Krumpholz (kna)

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 3 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 16.01.2000

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