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Bistum Dresden-Meißen

Katholische Beratungsstellen arbeiten weiter

Schwangerenkonfliktberatung

Dresden / Görlitz (cv/tdh) - Nach Festlegung von Bischof Joachim Reinelt werden ab dem 1. Januar 2001 im Bistum Dresden-Meißen keine Beratungsbescheinigungen, die zu einem straffreien Schwangerschaftsabbruch verwendet werden können, ausgestellt. Dies teilte der Diözesancaritasverband in einer Presseinformation mit. Zugleich wird betont, dass die "wichtige Arbeit der sechs katholischen Schwangerschaftsberatungsstellen für den Schutz des Lebens" weiter gehe.

Für seine sächsischen Beratungsstellen will sich auch das Bistum Görlitz dem Zeitpunkt des Schein-Verzichts von Dresden-Meißen anschließen. In seinem brandenburgischen Teil wird das Bistum die Entscheidung der Erzdiözese Berlin übernehmen, die bislang aber noch nicht getroffen worden ist.

Wörtlich heißt es im Pressetext aus Dresden: "Das Angebot von Beratung und konkreter Hilfe wird auch in Zukunft angeboten." Trotz der angespannten Haushaltslage sollten dafür entsprechende kirchliche Mittel bereitgestellt werden. Notwendige Gespräche über die Förderung der Beratungsstellen würden derzeit mit der Landesregierung geführt. Wie die Caritas weiter mitteilte, stieg 1999 die Zahl der Ratsuchenden in den katholischen Beratungsstellen erneut an. Zur Erstberatung kamen 2 370 Frauen, von denen 598 in einem Schwangerschaftskonflikt waren. Wesentliches Beratungsziele sahen die Caritas-Mitarbeiterinnen darin, zu einer eigenverantwortlichen Entscheidung zu verhelfen und Wege aus der Notsituation zu finden. Zusätzlich führten sie zahlreiche Präventionsveranstaltungen in Schulen, Jugendgruppen und Kirchgemeinden durch. Finanzielle Unterstützung aus dem Bischöflichen Hilfsfonds in Höhe von insgesamt 149 974 DM erhielten 10,8 Prozent der beratenen Frauen. Von den 255 Antragstellerinnen waren 63 Asylbewerberinnen, 35 Ausländerinnen sowie 35 Studentinnen und Auszubildende.

In Sachsen gibt es derzeit 76 Beratungsstellen, davon acht in Regie der Caritas oder des Sozialdienstes katholischer Frauen. 1997 wurden in Sachsen insgesamt 11 500 Bescheinigungen ausgegeben. Dem standen 7627 Schwangerschaftsabbrüche gegenüber.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 15 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 09.04.2000

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