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Bistum Magdeburg

Gemeindezentrum Edith Stein gut angenommen

Wolfen

Wolfen (dw) - Während rundherum die Häuser immer leerer werden und die ersten Plattenbaublocks bereits weggerissen sind, herrscht im neuen katholischen Gemeindezentrum Edith Stein Aufbruchstimmung.

Viele Mitglieder des Pfarrverbandes aus den Gemeinden Jeßnitz, Raguhn, Wolfen und Greppin freuen sich über das neue Gotteshaus, besonders aber diejenigen, die direkt im Neubaugebiet Wolfen-Nord leben. Es ist rundherum das schönste Bauwerk, lautet die einhellige Meinung. "Ein Hoffnungszeichen", findet Pfarrer Markus Lorek, der nun auch selbst direkt neben dem Gemeindezentrum wohnt.

"Leute, die bisher keinen Kontakt zur Kirche hatten, kommen und gucken einfach mal vorbei." Das hat der Pfarrer seit der Kirchweihe im November vergangenen Jahres schon häufiger erlebt. Gerade bei Kindern ist die Hemmschwelle, eine Kirche zu betreten, niedrig. Oft bringen Kinder aus der Gemeinde einfach ihre Freunde mit. Für Erwachsene, die für die Gemeinde und den christlichen Glauben aufgeschlossen sind, gibt es im Pfarrverband einen Gesprächskreis. Am Ostermontag sind alle interessierten Bürger zu einer Sinn-Such-Wanderung durch das Alt-Tagebau-Gebiet Goitzsche eingeladen. Seit kurzem gibt es auch einen neuen, jungen Familienkreis.

Hoffnungsvoll blicken die hauptamtlichen Mitarbeiter des Wolfener Seelsorgeteams auch auf die große Zahl ehrenamtlicher Helfer. Anders als in vielen anderen Orten des Bistums Magdeburg ziehen sich arbeitslose Gemeindemitglieder, und davon gibt es in Wolfen jede Menge, nicht generell ins Schneckenhaus zurück, sondern nutzen ihre freie Zeit, um im Gemeindezentrum mit anzufassen.

Überwog vor wenigen Jahren noch die Skepsis, ob das Zusammenwachsen von vier unterschiedlich geprägten kleinen Gemeinden gelingen kann, wächst nun bei immer mehr Katholiken der Wille, den gemeinsamen Weg zu wagen und die Einsicht, dass die Gemeinden des Pfarrverbandes eigentlich in einer zusammenhängenden Region liegen. Ein äußeres Zeichen der Gemeinschaft ist zum Beispiel, dass es nur noch einen Pfarrgemeinderat und einen Kirchenvorstand im Pfarrverband gibt.

Der Hiltruper Missionar Fritz Biermann, der seit 1998 im Altwolfener Pfarrhaus lebt und zum Seelsorgeteam Wolfen gehört, sieht seine Aufgabe vor allem darin, die Gemeindemitglieder zu ermutigen, ihren Glauben stärker und selbstbewusster als bisher auch gegenüber den Mitmenschen zu bekennen, die keine Christen sind.

Unter anderem bietet er deshalb in der Gemeinde Glaubenskurse an, die den Teilnehmern helfen sollen, die Grundlagen ihres Christseins besser kennen- und ausdrücken zu lernen. Pater Biermann war auch Mitinitiator der Edith-Stein-Wallfahrten. Entlang drei verschiedener Routen begeben sich Mitglieder des Pfarrverbandes auf die Spuren ihrer neuen Patronin.

Die ersten beiden Wallfahrten nach Breslau und Auschwitz sowie nach Freiburg, Bad Bergzabern und Speyer haben bereits stattgefunden. Für Ende Mai ist die dritte Fahrt geplant, die nach Münster, Köln, Echt und Westerbork führen soll. "Edith Stein ist wirklich eine beeindruckende und sehr moderne Frau. Sie ist mir während der Schlesien-Fahrt richtig ans Herz gewachsen", erzählte beispielsweise eine Teilnehmerin.

Nach der Rückkehr von der zweiten Tour stiftete die Wallfahrer-Gruppe ein modernes Kunstwerk, das jetzt im Gemeindezentrum hängt. Es erinnert an Edith Stein, die ein zutiefst geistliches und gleichzeitig den Menschen zugewandtes christliches Leben führte.

Dieser Beitrag wurde veröffentlicht in Ausgabe 15 des 50. Jahrgangs (im Jahr 2000).
Aufgenommen in die Online-Ausgabe: Sonntag, 09.04.2000

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