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Botschaft, Stille und viel Segen

Rund um den Erfurter Weihnachtsmarkt heißt es auch in diesem Jahr wieder "Folge dem Stern!"

Erfurt. Evangelische und katholische Christen aus Erfurt gestalten in diesem Jahr die Aktion "Folge dem Stern !", die begleitend zum Erfurter Weihnachtsmarkt rund um den Domplatz stattfindet.

Besuchermagnet Weihnachtsmarkt in Erfurt: Damit die weihnachtliche Botschaft nicht zu kurz kommt, engagieren sich in Erfurt evangelische und katholische Christen.

Ein Segen auf den Domstufen? Die Schwelle der Kirchen überschreiten? Mit den Leuten über christliche Kunst und ihre weihnachtliche Botschaft sprechen? Geht all dies inmitten all der adventlichen Stimmung, inmitten von Hektik und allgegenwärtigem Stress. Das Erfurter Projekt "Folge dem Stern!" beweist zum dritten Mal, dass es sich lohnt, mit den Menschen rund um den Erfurter Weihnachtsmarkt ins Gespräch zu kommen.

Menschen werden in ihrem Innersten berührt

In diesem Jahr laufen die Fäden von "Folge dem Stern" bei Ayline Plachta zusammen. Viele Seelsorger, Religionslehrer, Schüler, Auszubildende, Studenten und Ehrenamtliche aus den Erfurter Gemeinden stehen ihr zur Seite und lassen so das Projekt "Folge dem Stern!" Wirklichkeit werden. Dabei sind sie zuversichtlich, dass die Angebote ebenso begeistert angenommen werden wie in den Jahren 2007 und 2008. Und auch wenn die Erfurter Diplom-Theologin derzeit wenig Gelegenheit hat, zur Besinnung zu kommen, ist sie doch vom Projekt begeistert. So vom Segen auf den Domstufen, der von Priestern der Stadt gespendet wird. Besucher des Weihnachtsmarktes werden angesprochen und eingeladen. Dabei sind es nicht nur Christen, die sich segnen lassen. "Viele nutzen die Gelegenheit und sind emotional sehr ergriffen. Sie spüren, da nimmt jemand Anteil an meinem Leben. Und für nicht wenige ist es die erste Begegnung mit einem katholischen Geistlichen überhaupt", berichtet Ayline Plachta. Gut angenommen werden auch die anderen Projekte von "Folge dem Stern".

Im Mariendom lädt Domführerin Eva Kesting zu einer adventlichen Führung zu Kunstwerken ein, die etwas von der weihnachtlichen Botschaft vermitteln. So der Einhorn-Altar und die Kopie eines mittelalterlichen Glasfensters, das die Gottesmutter als schwangere Frau zeigt. Jesus ist in diesem Bild sichtbar und doch noch verborgen. Adventliche Führungen finden an den Projekttagen immer um 16 Uhr statt. Der Erfurter Dom und die Allerheiligenkirche in der Marktstraße sind zudem Stationen der "Zwischentöne", kleine musikalische Angebote zur Besinnung. Daneben wird die Allerheiligenkirche als Ort der Stille an den Projekttagen Donnerstag und Sonntag geöffnet.

Dankbar für ökumenische Ausrichtung

Die Idee zu diesem Weihnachtsmarktprojekt hatte die Erfurter Pastoraltheologin Maria Widl. Die Ausarbeitung der Idee erfolgte studienbegleitend in Seminaren der Katholisch-Theologische Fakultät und des evangelischen Martin-Luther-Instituts. Die Projekte wurden dann von den Studierenden und ehrenamtlichen Helfern umgesetzt. In diesem Jahr haben die katholische und die evangelische Kirche in Erfurt die Umsetzung übernommen. Dabei machte Ayline Plachta die Erfahrung, dass die Menschen, wenn sie konkret für eine Sache angespochen werden, gern bereit sind, sich zu engagieren. Dankbar ist die Theologin auch für den Dienst der evangelischen Christen. Drei Beispiele: Die Pastorin im Ruhestand Sigrun Pabel gestaltete zusammen mit Pfarrer Michael Neudert den ökumenischen Gottesdienst zur Eröffnung des Projektes am ersten Advent und macht zudem beim Angebot der Stille mit. In der evangelischen Andreaskirche findet am 19. Dezember von 11 bis 14 Uhr die Aktion "Gott schenkt sich - wir schenken Zeit und einen halben Stollen" statt. Und die Predigergemeinde um Pfarrer Johannes Staemmler wird am vierten Advent - 20. Dezember - die Betreuung der Krippe übernehmen.

Priester kommen mit den Besuchern des Weihnachtsmarktes auf den Domstufen ins Gespräch und bieten den Segen an.



Die Krippe auf dem Erfurter Weihnachtsmarkt ist so etwas wie das Zentrum der Aktion "Folge dem Stern". Obwohl die Christen keinen Einfluss auf die Gestaltung haben, so können sie doch gerade hier gut mit den Menschen ins Gespräch über die Menschwerdung Gottes kommen. Neben der Predigergemeinde helfen unter anderem Schüler und Lehrer der Edith-Stein-Schule den Besuchern dabei, Wissen aufzufrischen und Neues zu entdecken. Außerdem gibt es Mappen mit Hintergrund- Informationen zur biblischen Weihnachtsgeschichte.

Neu ist in diesem Jahr, dass es Angebote von Kindern für Kinder unter dem Motto "Folge dem Sternchen!" gibt. So können die Kleinen am 17. Dezember von 16 bis 17 Uhr die Krippe besuchen. Und am 20. Dezember sind die Kinder mit ihren Familien von 16 bis 18 Uhr in die Allerheiligenkirche zu einer Adventsgeschichte eingeladen.

Folge dem Stern findet in der Adventszeit immer am Donnerstag und am Sonntag in der Zeit von 16 bis 19 Uhr statt. Infomationen zu den einzelnen Veranstaltungen an der Krippe, den Domstufen, an der Allerheiligenkirche und im Internet unter bistum-erfurt.de

Von Holger Jakobi

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