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Programmatisches Zeichen

Bischofskonferenz eröffnet zum ersten Mal eine Arbeitsstelle in einem ostdeutschen Bistum

Erfurt (mh). Die Deutsche Bischofskonferenz hat zum ersten Mal eine ihrer Arbeitsstellen in einem ostdeutschen Bistum angesiedelt. In Erfurt wurde jetzt die Katholische Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral (KAMP) eröffnet.

Bischof Wanke und die Sternsinger des Erfurter Dombergs bei der Segnung der Räume während der Eröffnung der Katholischen Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral in Erfurt.

Für den Erfurter Bischof Joachim Wanke ist die Ansiedlung der Katholische Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral (KAMP) in seiner Bischofsstadt ein "programmatisches Zeichen". Christliche Verkündigung müsse sich zunehmend an Menschen richten, die einen "religiösen Sprachverlust erlitten haben". Auch wenn diese Tatsache inzwischen ganz Deutschland betreffe, sei es im Osten Deutschlands besonders spürbar, sagte der Bischof bei der Eröffnung.

Weil das so ist und weil in Erfurt und anderen ostdeutschen Orten seit Jahren nach Antworten auf diese Situation gesucht wird, hat sich Bischof Wanke mit vielen Mitstreitern dafür stark gemacht, diese Arbeitsstelle in dieser Region anzusiedeln. Künftig soll KAMP Impulse für eine missionarische Kirche entwickeln. Die Arbeitsstelle, die ihre Räume im Pius-Nebenhaus des Erfurter Priesterseminars bezogen hat, hat sechs wissenschaftliche Mitarbeiter. Diese werden sich nach den Wortes des Leiters der Einrichtung, Dr. Hubertus Schönemann, mit Grundsatzfragen einer missionarischen Seelsorge, mit soziologischen Beobachtungen des Phänomens Religion, mit Sekten- und Weltanschauungsfragen sowie mit der Weiterentwicklung kirchlicher Internetberatung beschäftigen. Getragen wird die Arbeitsstelle von einem Verein, zu dem vor allem Seelsorgeamtsleiter aus verschiedenen Bistümern gehören. Sie ist der Pastoralkommission der Bischofskonferenz zugeordnet. Vorsitzender dieser Kommission ist Bischof Wanke.

Die Erwartungen an die Arbeitsstelle sind hoch: "Es braucht eine Kirche, die bereit ist, in gewandelter Zeit wieder neu Missionskirche zu werden - wobei das in Bayern und im Rheinland anders aussehen wird als in Thüringen und Sachsen", sagt Bischof Wanke. Aber alles, was diesem Ziel diene, "sollte in unseren Diözesen Vorrang haben". Hier sei die neue Arbeitsstelle ein Dienstleister für alle deutschen Diözesen. Sie müsse helfen, in der gegenwärtigen Situation "Anknüpfungspunkte für das Evangelium zu erkunden". Verkündigung und Seelsorge können dabei aber immer nur "Hebammendienste" leisten und niemals "den Glauben produzieren".

P. Hans Langendörfer nannte die Eröffnung von KAMP für die Bischofskonferenz, deren Sekretär er ist, ein "Neuausrichtung von hoher Bedeutung". "Wir tun das in einer Zeit, in der vieles zurückgebaut wird." KAMP wird auch die Arbeit von zwei Einrichtungen in den alten Bundesländern fortsetzen, die jetzt aufgelöst wurden: die Katholische Sozialethische Arbeitsstelle in Hamm und der Katholischen Glaubensinformation in Frankfurt. Die Kirche in Deutschland wolle die "Realität der Diaspora" annehmen, sagte Langendörfer. Dabei traue sich die Kirche zu, auf dem "Areopag der modernen Gesellschaft" ihre Stimme zu erheben.

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