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Auf die Mitte zugehen

Sommerserie: Das Labyrinth im Klostergarten Helfta

Sieben Umgänge sind nötig, um zur Mitte des Labyrinths im Garten des Klosters Helfta bei Eisleben vorzudringen. Sieben Umgänge, die Menschen helfen können, neu zu sich selbst zu finden.

Das Bild zeigt das sogenannte Lebendige Labyrinth, einem Ort der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands. Es entstand ab dem Jahr 2004 und wurde 2007 übergeben.

"Der Weg ist ein uraltes Symbol für das Leben des Menschen. In der Form des Labyrinths, das in vielen Religionen der Welt seinen Platz hat, verdichtet sich dieses Symbol: Das Aufbrechen und Ankommen und Wiederaufbrechen, die kreisenden Bewegungen bei der Suche nach der Mitte, die Wendungen im Wechsel von Nähe und Distanz zur Mitte hin. All dies sind Erfahrungen, die diejenigen machen, die ein Labyrinth begehen, und es sind zugleich die Erfahrungen menschlicher Lebensgeschichten."

Mit Leib und Seele beten können

Eine Rose aus dem Klostergarten fand ihren Platz vor einem kleinen Marienbild in der Klosterkirche

So schreiben es Magdalena Bogner und Barbara Striegel in ihrer Broschüre "Vertrauen in den Weg", die eine Einführung in das Labyrinth im Garten es Klosters Helfta geben. Bogner und Striegel gehören zur Katholischen Frauengemeinschft Deutschlands (kfd), von der die Initiative für die Anlage ausging.

Das Lebendige Labyrinth im Kloster Helfta ist seit Frühjahr 2004 entstanden. Im Rahmen der Frauenwallfahrt des Bistums Magdeburg im Jahr 2007 wurde es eingeweiht. Die inzwischen verstorbene Priorin von Kloster Helfta, Altäbtissin Assumpta Schenkl sagte damals: "In einem Labyrinth können Menschen mit Leib und Seele beten."

Bei dem Labyrinth handelt es sich um einen von 50 verschiedenen Heil- und Heckenpflanzen geprägten herzförmigen Garten. Zwischen Salbei, Thymian und Frauenmantel, Felsenbirne und Kurilen-Kirsche zieht sich in sieben Umgängen ein rund 350 Meter langer Weg hin zur Mitte des Labyrinths. Im Zentrum des Labyrinths steht ein aus Ruten geflochtener pavillonähnlicher Raum mit einer Bank. Dieses Zentrum steht symbolisch für "das göttliche Erbarmen, den Schoß Gottes, der dem Leben Raum gibt". Eine Erfahrung übrigens, die schon die Helftaer Schwestern des Mittelalters machten. Gertrud von Helfta, Mechthild von Hackeborn und Mechthild von Magdeburg sind die drei Mystikerinnen, die hier lebten und deren Schriften Menschen bis in unsere Zeit hinein bewegen.

Sich verwurzeln in der Frauenmystik

Im Sommer sind es zahlreiche Blumen, die das Lebendige Labyrinth farbenfroh prägen.

Geschaffen wurde das Labyrinth von der Berliner Bildhauerin Birgit Cauer. Cauer übernahm auch die Bepflanzung, bei der sie von kfd-Frauen unterstützt wurde. Die Bedeutung des Labyrinthes für die kfd hob zur Einweihung Barbara Striegel hervor. Sie sagte: "Die Idee eines Labyrinths aus Heilpflanzen und Weidengeflecht erschien uns von Anfang an als sehr gutes Zeichen der Verortung der kfd in Helfta. Verortung ist dabei wortwörtlich gemeint im Sinne von sich verwurzeln in der Traditon der Frauenmystik, um mit dem Evangelium in der heutigen Zeit Zugkraft zu gewinnen."

Neben der Anlage bietet Helfta noch viele weitere Orte, an denen Menschen zu sich selbst finden können, so den Weiher im Klosterhof, den See im Garten, die Wiesen. Geöffnet sind auch die Kirche und die neue Gertrudkapelle.

Info im Internet unter www.lebendiges-labyrinth.de

Von Holger Jakobi

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