Auf dem Weg in die Kirche
Bischof feiert mit erwachsenen Taufbewerbern aus dem ganzen Bistum Gottesdienst

Bei einem Gottesdienst ließ der Magdeburger Bischof Gerhard Feige 55 Frauen und Männer aus seinem Bistum zu Taufe, Firmung und Erstkommunion zu. Anschließend legte er jedem Bewerber die Hände auf und segnete ihn. Nach Angaben des Bistums bereiten sich derzeit 53 Tauf- und zwölf Firmbewerber (einige waren am Samstag nicht gekommen) auf ihr großes Fest vor und beteiligen sich in ihren Heimatorten an Glaubensgesprächen und überhaupt am Leben ihrer Gemeinde. Die Sakramente selbst empfangen die Bewerber am Osterfest in ihren Heimatgemeinden.
Während des Aufnahme-Gottesdienstes im Saal der Magdeburger Propstei berichtete jeder der Bewerber von seinem Weg zum Glauben. Eine Reihe von vor allem Bewerberinnen sprach davon, dass sie durch ihren Partner und gegebenenfalls ihre getauften Kinder zum Glauben gefunden haben. Eine ebenso große Zahl von Bewerberinnen erzählte, sie sei über katholische Kindertagesstätten, die ihre Kinder besuchen, mit der Kirche in Kontakt gekommen. Daneben waren die ausdrückliche Suche nach mehr Sinn im Leben, persönliche Leid- und positive Gemeindeerfahrungen, Teilnahme an einem christlichen Mutter-Kind-Kreis oder etwa die Berichterstattung über Johannes Paul II. und Benedikt XVI. Anstoß, sich auf den Weg des Glaubens zu machen.
Mit der zentralen Feier möchte das Bistum jedes Jahr neu auf die Bedeutung der Erwachsenentaufe hinweisen. Nach Aussage des Verantwortlichen im Bistum, dem Dessauer Propst Gerhard Nachtwei, ist die Zahl der Erwachsenentaufen seit Jahren stabil. Im Jahresdurchschnitt ließen sich in der Magdeburger Ortskirche rund 100 junge Menschen und Erwachsene taufen. Die Zahl der jährlichen Kindertaufen liege bei etwa 500.
Mit der Feier in Magdeburg, so Nachtwei weiter, werde den Kandidaten auch deutlich, dass sie mit ihrer Erfahrung nicht allein stehen. "Die Begegnung mit dem Bischof und den anderen Taufbewerbern kann den Mut stärken, den Glauben so überzeugend zu leben, dass sich auch andere davon angesprochen fühlen." Das sei heute wichtiger denn je. Außerdem werde die Möglichkeit der Erwachsenentaufe so auch stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. Ähnliche Feiern finden in diesen Wochen in vielen anderen deutschen Bistümern statt.
